Die Idee

Gemeinschaftlich wohnen  –  weil es schöner ist! 

Wir begegnen uns heute oft nur noch punktuell. Mit den einen arbeiten wir, mit den anderen feiern wir, mit wieder anderen beraten wir uns, usw. Dadurch entsteht eine „Verinselung“ von uns Menschen.  Jeder ist eine Insel mit ein paar Außenkontakten.

Wir möchten gerne ein paar Enden wieder zusammenfügen!  Es ist schöner und macht das Leben einfacher, wenn man mit vertrauten Menschen zusammen wohnt, bei  gleichzeitiger größtmöglicher Freiheit und Eigenständigkeit (in eigenen geschlossenen Wohneinheiten). Man kann verschiedene Interessen teilen und sich im Alltag vieles leichter machen und auch kostengünstiger gestalten – siehe hierzu die Ausführungen weiter unten.

Zudem bietet gemeinschaftliches Wohnen in Aschaffenburg die Vorzüge des Stadtlebens, z.B. die gute Infrastruktur, die kurzen Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, kulturellen Veranstaltungen, Bildungseinrichtungen, Ärzten, Hilfe leistenden Einrichtungen etc.. Man kann dort verbunden und frei leben. Diese Wohnform ist die Zukunft, wie es sich in größeren Städten und anderen Ländern bereits zeigt.

(Weitere Informationen hierzu siehe auch unter dem Stichwort „cohousing deutschland“ im Internet.)

Wir haben uns Gedanken gemacht, wie so ein Wohnprojekt für uns, die Initiativgruppe, aussehen könnte:

Gemeinschaft

Es geht uns um eine verlässliche Gemeinschaft, die auf der anderen Seite die einzelnen Bewohner nicht einengt – um die Verbindung von Gemeinsamkeit und Freiräumen für jeden.

Wir stellen uns eine kooperative Nachbarschaft vor, die, wo gewünscht, Unterstützung bietet bei alltäglichen Dingen, die alleine schwerfallen, bzw. die nicht jeder gleich gut kann, oder keine Zeit dafür hat. Dabei kann es z.B. um kleine Reparaturen gehen, um Einkäufe und Besorgungen, „Computer-Nothilfe“, Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Besuche bzw. Unterstützung von Kranken/ Pflegebedürftigen, etc. Aber auch gemeinsame Aktivitäten, Freizeitgestaltung, zusammensitzen, gemeinsam essen, feiern o.ä. sollen nach Lust und Laune möglich sein, ohne dass dabei ein „Mitmach-Druck“ aufgebaut wird. Jede/r hat auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, wenn ihm/ ihr danach ist.

Offenes Haus

Jeder kann und soll seine Lebensphilosophie leben. Diese Vielfalt wird als Bereicherung empfunden. Auch auf der zwischenmenschlichen Ebene geht es darum, den Unter-schieden und Besonderheiten der Menschen mit Offenheit und Toleranz zu begegnen.

Die Bereitschaft zu einer möglichst offenen und konstruktiven Kommunikation wird vorausgesetzt; bei Meinungsverschiedenheiten oder auftretenden Problemen sollen stets einvernehmliche Lösungen im Gespräch gesucht und angestrebt werden.

Alle, die sich dazu bekennen können, sind herzlich willkommen.

Ökologisch

Nachhaltigkeit und die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt sind uns ein tiefes Bedürfnis. Wir sind entschlossen, bereits beim Bau des Hauses konsequent ökolo-gische und Ressourcen schonende Standards anzuwenden. Das betrifft z.B. die architektonische Ausrichtung/ Gestaltung; die Auswahl der Baumaterialien (Verwen-dung von natürlichen und langlebigen Materialen, z.B. Holz); Vollwärmedämmung;  Deckung des Energie- und Wasserbedarfs durch weitest gehende Eigenproduktion oder Recycling (z.B. Photovoltaikanlage, Wärmepumpe, Brauchwasseranlage); völliger Verzicht auf fossile Energieträger;  Einhaltung des 0-Energie-Standards.

Die Hausgemeinschaft soll die Reduzierung von Kraftfahrzeugen fördern (z.B. durch Carsharing, Umstellung auf Fahrräder + E-Bikes)

Wirtschaftlichkeit

Die Bau- und Betriebskosten sollen unter den marktüblichen Preisen liegen. Dazu erhoffen wir die Unterstützung von städtischen, staatlichen und anderen Institutionen.

Darüber hinaus soll mit Energie sparsam umgegangen und der Bedarf so weit wie möglich selbst erzeugt werden (siehe oben). Alle verwendeten Materialien sollen ökologisch vertretbar, gut und langlebig sein. Maschinen, Werkzeuge und Gerätschaften, wie z.B. Waschmaschinen, Trockner, Garten- und sonstige Geräte sollen gemeinschaftlich angeschafft und genutzt werden.

Notwendige Wartungs- und Pflegearbeiten im und ums Haus sollen, soweit möglich und vertretbar, in Eigenregie organisiert und von den Bewohnern selbst geleistet werden.

Durch die Einrichtung von Gemeinschafts- und Hobby-Räumen, Gästezimmern, evtl. einem Café, einer Sauna, etc., können individueller Wohnraum eingespart, dadurch Kosten gesenkt und zugleich die Gemeinschaft gefördert werden.

Angebote zu Weiterbildung und Gesunderhaltung (z.B. Yoga-Kurse, Vorträge, etc.) können im Haus angeboten werden. Kinderbetreuung und Versorgung / Betreuung von Kranken/ Pflegebedürftigen kann je nach Bedarf gemeinschaftlich (und damit kostensparend) auch mit externen Fachkräften organisiert werden.

Motto: statt dass jeder individuell solche Dinge „draußen“ bzw. für sich allein organisieren muss, kommt das Angebot bzw. die Betreuung ins Haus.

Generationsübergreifend

Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass das Haus in etwa den altermäßigen Durchschnitt der Bevölkerung repräsentiert. So sollten sowohl Singles und junge Paare als auch Familien mit Kindern und Personen im Rentenalter vertreten sein. Die gegenseitigen Anregungen und Hilfen lassen sich dabei besser organisieren, weil nicht zu viele Personen zur gleichen Zeit das gleiche Problem haben.

Die generationsübergreifende Belegung führt auch zu mehr Lebendigkeit und besseren gegenseitigen Unterstützungsmöglichkeiten (z.B. älteres Ehepaar hilft junger Familie bei der Kinderbetreuung, diese erledigt dafür einen Einkauf o.ä.; jemand hilft bei der Einrichtung eines Computers und bekommt dafür einen Kuchen gebacken, u.dgl. …)

Damit es hierfür eine ausreichende Basis gibt, soll das Projekt nicht zu klein konzipiert sein. Wir stellen uns eine Größenordnung von 45 – 50 Wohneinheiten (in verschie-denen Größen/ Zuschnitten) vor.

Barrierefreiheit

Wir möchten das ganze Haus barrierefrei gestalten. Dies ist für viele Lebenslagen zumindest eine Erleichterung, wenn nicht gar notwendig. Unter dem Aspekt, einen Wohnraum zu schaffen, in dem man von der Geburt bis zum Tod leben kann, ist die Barrierefreiheit ein wichtiges Element.

Stadtteilentwicklung

Unser Haus und unsere Gemeinschaft legt Wert darauf, Teil der Entwicklung im Stadtteil zu sein. Wir wollen Teil eines größeren Ganzen sein und dieses nach Kräften fördern. Wir werden Veranstaltungen für Nachbarn im Stadtteil öffnen und uns allgemein für die Weiterentwicklung unseres Stadtteiles engagieren.

Genossenschaftlichkeit

Die Vorteile der Genossenschaft gegenüber anderen Baugemeinschaften sind:

  • Basisdemokratische Organisation, jedes Mitglied hat unabhängig von der Höhe seiner Einlage eine Stimme.
  • Das Wohnobjekt ist Eigentum der Gesamtheit aller Mitglieder; daher tragen alle    Mitglieder die Verantwortung für das gesamte Wohnobjekt im gleichen Maße und können über alle Belange des Hauses und des Zusammenlebens mitbestimmen.
  • Die wirtschaftlichen Lasten werden gemeinschaftlich getragen. 
  • Niemand kann von außen Einfluss nehmen oder irgendetwas gegen die Mehrheit der Mitglieder bestimmen.
  • Ein Wohnrecht auf Lebenszeit durch alle Lebensphasen hindurch ist garantiert; das eingezahlte Kapital bleibt erhalten und ist auch vererbbar. 
  • Alle eventuellen Erträge gehören allen Mitgliedern gemeinsam; daher entscheiden diese auch gemeinsam über deren Verwendung.

Konzeption der WohnIdee Aschaffenburg eG:
Gemeinschaftlich wohnen und leben auf genossenschaftlicher Basis

Aschaffenburg, im September 2018